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ZERO-Foundation gegründet

02.06.2009 06:14:54

Am 27. Mai 2009 tagte in Düsseldorf zum ersten Mal das Kuratorium der vor wenigen Monaten ins Leben gerufenen ZERO foundation. Anschließend fand in den großzügigen, gerade bezogenen Räumen im Düsseldorfer Medienhafen ein Empfang zu Ehren der Künstler statt, die mit 100 Gästen ein sehr positives Echo fand.

Die ZERO foundation wurde im Dezember 2008 zwischen den Düsseldorfer ZERO Künstlern Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker sowie der Stiftung museum kunst palast mit Mitteln der Landeshauptstadt Düsseldorf errichtet. Die Künstler stifteten 40 Werke sowie ihre Archive der ZERO Zeit mit Fotografien, Korrespondenzen, Einladungskarten, Presseartikeln und weiteren Dokumenten im Wert von mehr als 5 Mio. Euro. Im Gegenzug fördert die Landeshauptstadt die Stiftung mit je 300.000 € über einen Zeitraum von 30 Jahren.

Den fünfköpfigen Vorstand bilden die Düsseldorfer Rechtsanwältin Dr. Friderike Bagel, der Leiter der Frankfurter Städelschule und Kurator der 53. Biennale Venedig, Prof. Dr. Daniel Birnbaum, sowie Claus Gielisch, Gründer des gleichnamigen Sachverständigenbüros für Schadensmanagement in Düsseldorf sowie Beat Wismer und Carl Grouwet, Generaldirektor und Kaufmännischer Direktor der Stiftung museum kunst palast.
Dem Kuratorium gehören neben den Stiftern Mack, Piene und Uecker der Künstler Christian Megert sowie die namhaften Sammler Anneliese Lenz, Robert Rademacher, Hubertus Schoeller und Axel Vervoordt an. Zum Kuratorium zählen des weiteren Oberbürgermeister Dirk Elbers, Stadtdirektor Helmut Rattenhuber, Kulturdezernent Hans-Georg Lohe, Bürgermeister Friedrich G. Conzen sowie Vertreter der verschiedenen Parteien: Dr. Veronika Dübgen (FDP), Dr. Alexander Fils (CDU), Toni Mörger (Bündnis90/Die Grünen) und Cornelia Mohrs (SPD).
Die geplante Gründung eines wissenschaftlichen Beirats und eines Freundeskreises wird die Aktivitäten der ZERO foundation unterstützen.

Die Initiative zur Stiftungsgründung ergriff Mattijs Visser, Neffe des niederländischen NUL Künstlers Henk Peeters. Der ehemalige Leiter des Ausstellungsmanagements im museum kunst palast trieb die Gründung der ZERO foundation gemeinsam mit dem Düsseldorfer Kulturdezernenten Hans-Georg Lohe maßgeblich voran. Er entwickelte bereits vielfältige Aktivitäten und leitet die ZERO foundation als Direktor.

„Es ist für eine Stiftung einzigartig, dass die Künstler bei der Gründung noch total aktiv sind. Und außerdem noch bei guter Gesundheit. Das hat für mich auch den Ausschlag gegeben, bereits VOR der offiziellen Gründung mich aktiv für ZERO einzusetzen. Es ist immer wieder wunderbar, die Geschichte aus erster Hand zu erfahren – das ist für uns alle eine große Stimulanz.

ZERO hat seinen Ursprung hier in Düsseldorf – aber fand sofort Gleichgesinnte in anderen Ländern: in Italien, Frankreich und den Niederlanden. ZERO hat Düsseldorf, in der schwierigen Nachkriegszeit, auf ein internationales Niveau gehoben; ZERO war damals schon ein Botschafter Düsseldorfs und Deutschlands.“ (Mattijs Visser)

Zum Team der ZEROFoundation gehören des weiteren die Kunsthistorikerin Heike van den Valentyn, die bereits 2006 und 2008 ZERO Ausstellungen verantwortete, und nun als Kuratorin der Stiftung tätig ist. Ende des Jahres wird Dr. Tiziana Caianiello als wissenschaftliche Mitarbeiterin das Team verstärken. Eine Projektassistenz wird in Kürze ihre Arbeit aufnehmen.

Kooperationen mit internationalen Archiven, Museen und Institutionen zählen zu den vielfältigen international ausgerichteten Aktivitäten der ZERO foundation. So initiierte die Stiftung im vergangenen Jahr ein Sky Event von Otto Piene im Rahmen von ARTENTION, dem Kulturprogramm des Frankreich-Nordrhein-Westfalen-Jahrs 2008/2009. In der Nacht vom 4. auf den 5. Oktober 2008 zogen auf der Place de Catalogne – nahe der Gare Montparnasse – in den Pariser Nachthimmel aufsteigende Sky Sculptures tausende Zuschauer in ihren Bann.

Nur einen Monat später eröffnete die Schau ZERO in New York 2008 mit mehr als 50 Werken von 21 Künstlern in der renommierten Galerie Sperone Westwater. Die Schau wurde von David Leiber, Leiter der Galerie, gemeinsam mit dem Direktor der ZERO foundation, Mattijs Visser, kuratiert. Der konzentrierte Querschnitt der ZERO Zeit von 1958 bis 1966 geriet mit Gegenüberstellungen, thematischen Ensembles und einem Lichtraum zu einer musealen Schau, deren positives Echo nicht nur in der Presse ihren Niederschlag fand. Auch Kuratoren namhafter New Yorker Museen erwägen, dieser in Amerika noch wenig bekannten Epoche eine eigene Ausstellung zu widmen. Zur Ausstellung erschien ein reich bebildeter Katalog in englischer Sprache.

Im den kommenden Jahren wird die ZERO foundation in Kooperationen mit europäischen Museen international ausgerichtete Ausstellungsvorhaben umsetzen und inhaltlich begleiten. Gemeinsam mit dem Stedelijk Museum Schiedam (NL) ist etwa eine internationale ZERO Ausstellung in Vorbereitung. Ausgehend von der niederländischen NUL Gruppe werden die Verbindungen zu ZERO Düsseldorf und anderen europäischen Gruppierungen aufgezeigt. Die Ausstellung wird voraussichtlich im September 2010 eröffnet.
Das Museo d’Arte Lugano wird 2011 in enger Zusammenarbeit mit der Stiftung die Ausstellung ZERO & Italy zeigen. Beleuchtet werden die Verbindungen der Düsseldorfer ZERO Gruppe zu italienischen Künstlern und Gruppierungen, etwa zu Lucio Fontana oder der Galleria Azimut.
Auf Vorschlag der ZERO foundation nimmt Heinz Mack an der diesjährigen Moskau Biennale teil.

Auf Forschungsebene werden die umfangreichen Künstlerarchive gesichtet, erfasst und nach thematischen Schwerpunkten, beispielsweise der Verbindung von ZERO Düsseldorf nach Holland und Italien, aufgearbeitet. Die Ergebnisse fließen in Veröffentlichungen ein; etwa in Ausstellungskataloge und in eigene Publikationen.
In Vorbereitung ist ein Band in der Reihe SPOT ON des museum kunst palast, der sich mit Entstehung und Genese der kinetischen Installation Lichtraum (Hommage à Fontana) beschäftigt, wie er 1964 von Mack, Piene und Uecker zur documenta III eingerichtet wurde und der sich heute in der Sammlung des museum kunst palast befindet.
Auch wenn sich Archiv und ZERO Bibliothek noch im Aufbau befinden, stehen diese Forschern und interessiertem Publikum nach Terminvereinbarung im Zollhof offen.

Erklärtes Ziel ist es, nicht nur Bibliothek und Archiv beständig zu erweitern, etwa durch Zustiftungen weiterer Künstlerarchive und -nachlässe im ZERO Umfeld oder durch Kooperationen mit internationalen Archiven wie dem von Yves Klein in Paris oder Lucio Fontanas und Piero Manzonis Archive in Mailand. Auch die Sammlung wird in Zukunft durch eine enge Zusammenarbeit mit Sammlern, Künstlern und Nachlässen durch Zustiftungen wachsen. Zu nennen sind Werke von Johannes Geccelli, Oskar Holweck, Adolf Luther, Piero Manzoni, Christian Megert und Hans Salentin.

In Hinblick auf die Erweiterung des museum kunst palast wird die ZERO foundation mittelfristig wieder an den Ehrenhof zurückkehren. Als Teil eines erweiterten Forschungszentrums zu den wichtigen Kunstströmungen, die von Düsseldorf ausgingen, wird auch das Spezialwissen, das etwa das Restaurierungszentrum der Landeshauptstadt Düsseldorf in seinen Forschungen zur Kunst der ZERO Zeit angesammelt hat, mit einfließen.

Kontakt:
ZERO foundation Düsseldorf
Zollhof 11 (2.OG)
40221 Düsseldorf
T. 0211.59805978 (ab Anfang Juli 2009)
0173.7312750 (bis Ende Juni 2009)
info@zerofoundation.de
www.zerofoundation.de

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